Elimu nj ufunguo wa maisha

Wissen ist der Schlüssel zum Leben

                                               

Dies ist das Motto der Lambo Estate Primary School, die seit Beginn 2007 mit der GGS Hühnerheide in Dinslaken durch eine Partnerschaft verbunden ist.
Wissen ist der Schlüssel zum Leben: ein prägnantes Motto, das sicherlich keiner weiteren Erläuterung bedarf. Es findet sich auf den Shirts wieder, die die GGS Hühnerheide vom Beginn der Partnerschaft an als Zeichen der Verbundenheit zwischen beiden Schulen zum Verkauf anbietet.

Die Lam­bo Est­a­te Pri­ma­ry School liegt im Dis­trict Hai, ca. 13 km von Mos­hi ent­fernt, in der Ki­li­man­ja­ro-Re­gi­on. Sie wur­de im Jah­re 1976 ge­grün­det und un­ter­stützt, um Bil­dungs­mög­lich­kei­ten für die Kin­der der Ar­bei­ter in die­ser Ge­gend zu schaf­fen. Der­zeit wer­den ca. 250 Kin­der in den Klas­sen 1-7 un­ter­rich­tet. Die durch­schnitt­li­che Klas­sen­stär­ke liegt also bei 35 Kin­dern. Die Schu­le be­wirt­schaf­tet ein klei­nes Feld, auf dem Mais und Boh­nen angebaut werden. An der Schu­le un­ter­rich­ten der­zeit 13 Lehr­kräf­te.
Da­rü­ber hi­naus wer­den eine Kö­chin und ein Wäch­ter be­schäf­tigt. Schulleiterin ist Flori Mlaki, eine gut ausgebildete und engagierte Lehrerin.

Zur Entwicklung der Partnerschaft

Be­reits seit 1994 bes­teht zwi­schen der Molt­ke­schu­le, ei­ner Nach­bar­grund­schu­le der GGS Hüh­ner­hei­de, und der Ki­mas­hu­ku Pri­ma­ry School in Mos­hi eine er­folg­rei­che Part­ner­schaft. Hier­an an­knüp­fend und auf An­re­gung der da­ma­li­gen Molt­ke-Schul­lei­te­rin, Re­na­te Posth, be­schloss die Schul­kon­fe­renz der GGS Hüh­ner­hei­de im De­zem­ber 2006, in das Pro­jekt ein­zustei­gen.Erste Briefwechsel zwischen beiden Schulen fanden statt, und mit tatkräftiger Unterstützung durch PROBONO konnten Fotos der Lambo-School und detaillierte Berichte über den Zustand der Schule und notwendige Renovierungs-maßnahmen übermittelt werden.

„Offiziell“ wurde der Beginn der Partnerschaft dann im Juni 2007 mit einer großen Projektwoche gefeiert. In 13 Projektgruppen arbeiteten die Kinder der GGS Hühnerheide zu Themen rund um Afrika. Ein afrikanischer Trommler und ein Geschichtenerzähler boten Workshops für alle Kinder an, die Schule kooperierte mit dem örtlichen Eine-Welt-Laden, und neben einem ökumenischen Gottesdienst und einem Konzert der Gruppe „Karibuni Watoto“ gab es als Abschluss natürlich auch eine Präsentation der Ergebnisse in den Projektgruppen, und die Theater-AG stellte ein afrikanisches Märchen vor.

Erstmalig wurde im Rahmen der Projektwoche auch der „Lambo-Lauf“, ein Sponsorenlauf für die Partnerschule, durchgeführt. 2017 wird er nun schon zum zehnten Mal gestartet.

Für weitere finanzielle Unterstützung sorgten der große Adventsbasar im November 2007 und der Frühlingsbasar im März 2012, die Kollekten in den regelmäßig stattfindenden ökumenischen Schulgottesdiensten, spontane Sammelaktionen einzelner Schulkinder undCharity-Aktionen von Eltern im Rahmen eines Straßenfestes. Schließlich darf die großartige Unterstützung durch die Rotarier Dinslaken-Wesel und durch örtliche Sponsoren nicht unerwähnt bleiben.

Im Juli 2008 fand der erste persönliche Kontakt zwischen beiden Schulen statt. Die Eheleute Brodde und Posth besuchten ihre beiden Partnerschulen in Moshi. Der überaus herzliche Empfang durch die Kinder, Lehrerinnen, Lehrer und Eltern hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Beginn der Renovierungsarbeiten an der Lambo Estate Primary School konnte in Augenschein genommen werden. Zukunftspläne wurden erörtert, und natürlich ließen der persönliche Kontakt und das gegenseitige Kennenlernen die gewaltige Entfernung zwischen Dinslaken und Moshi ein wenig schrumpfen.

In den Folgejahren kam es immer wieder zu einem Austausch kleiner Geschichten und Zeichnungen der Kinder beider Schulen zu Themen, wie Sport, Familie, Schule usw..

Ein Höhepunkt in der Entwicklung der Partnerschaft war im Januar 2010 sicherlich der Besuch des damaligen Lambo-Schulleiters John Semu. Anlass war die zweite Afrika-Projektwoche der GGS Hühnerheide im Rahmen der Kulturhauptstadt-Feierlichkeiten. Begrüßt wurde John Semu in einem feierlichen und fröhlichen ökumenischen Gottesdienst, wieder arbeiteten Kinder in vielen verschiedenen Projektgruppen, wieder begeisterte „Karibunu Watoto“ die Kinder mit afrikanischen Liedern, und auch John Semu griff zum Mikro. Sogar das Deutschlandradio berichtete aus unserer Schule. Abgeschlossen wurde die Projektwoche durch eine Feier mit Theater und Musik im Schulforum mit vielen Gästen. Zur Stärkung hatten viele Eltern für diesen Tag ein afrikanisches Büfett vorbereitet.

John Semu konnte in diesen Tagen viele Kontakte zu den Kindern, zum Kollegium und zu den Eltern knüpfen. Sein Besuch konnte die Partnerschaft vertiefen und ihr neue Impulse geben.

Im Sommer 2012 besuchten die Eheleute Brodde zum zweiten Mal die Lambo School, wiederum begleitet vom Ehepaar Posth. Alle waren von den mittlerweile erzielten Fortschritten beeindruckt. Der Empfang durch Kinder und Kollegium war überaus herzlich. Natürlich freuten sich alle Kinder und Lehrer über die mitgebrachten kleinen Geschenke und über das in einem Dialogprojekt erarbeitete Buch „Lauf- und Bewegungsspiele in Deutschland und Tanzania“.

Vielfältige mitgebrachte Unterrichtsmaterialien wurden vorgestellt und erklärt, und die deutschen Besucher erteilten auch selbst ihre erste Unterrichtsstunde in der Partnerschule.
Natürlich berichtete Herr Brodde nach seiner Rückkehr ausführlich über den Besuch in Tanzania und konnte Kindern, Lehrern und Eltern der Hühnerheide mit vielen Bildern zeigen, wie sich die Lambo School in den vergangenen Jahren entwickelt hatte.

Was bisher erreicht wurde

Seit dem Beginn der Partnerschaft bis zum Frühling 2007 konnte die GGS Hühnerheide der Lambo Estate Primary School insgesamt über 45.000,- € überweisen. (Weitere Finanzmittel stellte ProBono zur Verfügung.) Über die Vergabe der Gelder entscheidet der Lambo-Förderverein. Mitglieder sind Lehrer und Eltern der Schule.

Der Nachweis über die Verwendung der Mittel durch die Partnerschule erfolgte bisher stets umfassend und äußerst korrekt. Auch die Informationen über die Planung neuer Projekte incl. entsprechender Kostenvoranschläge sind vollständig und transparent.

Die Renovierungsarbeiten begannen mit dem Abriss und dem Neuaufbau einer kompletten Außenmauer. Anschließend erhielten alle Klassenräume einen neuen Fußboden, Decken wurden eingezogen, schadhafte Stellen im Mauerwerk verputzt, und Fensterrahmen mit Verglasung wurden in die vorhandenen Öffnungen eingesetzt. Beendet wurden die Arbeiten mit dem Einbau von kleinen (gemauerten) Klassenschränken mit Regalen und einem hellen und freundlichen Anstrich. Auch der zunächst nur im Rohbau errichtete Kindergarten mit einem Anbau für ein neues Büro, Lager und Lehrertoiletten konnte fertig gestellt werden. Im Außenbereich wurden Teile des Daches erneuert, die Außenmauern neu verputzt und komplett gestrichen und die Veranda (umlaufender Wetterschutz vor den Klassen und Büroräumen) umfassend saniert. Auch die Kindertoiletten wurden renoviert. Die Wasserversorgung wurde durch die Errichtung eines kleinen Regenwassertanks ergänzt

Das bisher umfangreichste Projekt war die Errichtung einer neuen Küche mit angrenzender großer Ess- und Versammlungshalle (Dining Hall). Im Sommer 2013 konnten die Arbeiten weitgehend abgeschlossen werden.

Seit Januar 2011 arbeitet eine speziell in der Montessori-Pädagogik ausgebildete Lehrerin, Mrs. Munisi, an der Lambo-School. Sie leitet den Kindergarten der Schule und wird vom Lambo-Förderverein bezahlt. Wir erwarten, dass sie durch ihre Ausbildung im pädagogischen Bereich neue Impulse setzen kann (Arbeit in Gruppen, selbstständiges Arbeiten, Bereitstellung didaktisch gut durchdachter Unterrichtsmaterialien) und dem Kollegium so eine Alternative zum bisherigen Frontalunterricht demonstriert.

Seit Ende 2012 hat die Lambo-School eine neue Schulleitung: Mrs Flora Mlaki . Sie hat diese Aufgabe übernommen, nachdem John Semu an eine benachbarte Primary School versetzt worden war.

Am 07. Juni 2013 verstarb John Semu an den Folgen eines Unfalls. Die Schulgemeinde der GGS Hühnerheide wird ihn in guter Erinnerung behalten. Anlässlich des Sommerfestes 2013 wurde eine Sammlung für seine Witwe, Dolorosa Semu, durchgeführt. Das Geld – insgesamt 300,- € – konnte im Herbst 2013 übergeben werden.

Im Verlauf des Jahres 2014 wurde ein weiteres großes gemeinsames Projekt realisiert:
Durch den An­schluss an das öf­fent­li­che Was­ser­netz wurde die Was­ser­ver­sor­gung der Schu­le ent­schei­dend ver­bes­sert.

 

An­fang Mai 2014 besuchte uns Hen­ri­ke Tip­käm­per aus Frankfurt. Sie hatte meh­re­re Mo­na­te an der Lam­bo School und auch an der be­nach­bar­ten Ki­mas­hu­ku School als Prak­ti­kan­tin ge­ar­bei­tet (Sep­tem­ber – De­zem­ber 2013) und konnte uns nun in einem spannenden Vortrag von ihrem Leben dort und ihren Erfahrungen berichten. Unter anderem hat sie gemeinsam mit den Lambo-Kindern unsere Partnerschaftssymbole auf die Außenwand der Schule gemalt.

Auch Lena Garrettson, Tochter unserer Kollegin Gerda Garrettson, hat die Lambo School im März 2014 besucht und uns anschließend von ihren Erlebnissen dort erzählt. Sie wohnte während ihres Aufenthaltes bei Flora Mlaki, der Schulleiterin.

Höhepunkt des Partnerschaftsprojektes im Jahr 2014 war sicherlich der Besuch Flora Mlakis an unserer Schule. Vom 06. – 28. September war sie – eingeladen vom Lambo-Förderverein bei uns zu Gast. Ziel dieser Einladung war natürlich die Vertiefung der Partnerschaft durch den persönlichen Kontakt Flora Mlakis mit Kindern, Lehrern und Eltern der Hühnerheide. Im Rahmen dieser drei Wochen besuchte Mrs Mlaki alle Klassen und berichtete von ihrer Arbeit an der Lambo School. Sie interessierte sich sehr dafür, wie der Unterricht an einer deutschen Grundschule aussieht, schaute unseren Kindern bei ihrer Arbeit über die Schulter und konnte Anregungen für die Arbeit an der Lambo School mitnehmen. Besuche im benachbarten Kindergarten und in der Ernst-Barlach-Gesamtschule, die Teilnahme am Day of Song im Burgtheater und natürlich einige Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung rundeten das umfangreiche Besuchsprogramm ab. „Ich habe Freunde gefunden und mich hier so wohl gefühlt wie an meiner Schule“, sagte sie – natürlich auf Englisch – zum Abschluss ihres Besuches.

Ausblick

Der An­schluss an das Strom­netz und die eventuelle Ein­zäu­nung des Schul­ge­län­des ste­hen noch auf un­se­rer Agen­da, da­rü­ber hi­naus na­tür­lich Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Lern- und Ar­beits­be­din­gun­gen (Mo­bi­li­ar, Lehr­bü­cher, Un­ter­richts­ma­te­ri­a­li­en ver­schie­dens­ter Art).
Au­ßer­dem stre­ben wir, im Sin­ne ei­ner nach­hal­ti­gen För­de­rung, die Ver­mitt­lung von Pa­ten­schaf­ten für Kin­der der Part­ner­schu­le an, die für den Be­such ei­ner Se­kun­dar­schu­le ge­eig­net er­schei­nen.

Zunächst aber soll in 2015 ein Renovierungsanstrich in allen Klassen und im Außenbereich durchgeführt werden. Immerhin ist der erste Anstrich, der mit unserer Unterstützung erfolgte, mittlerweile schon fast acht Jahre her, und die klimatischen Verhältnisse in Tanzania erfordern nun diesen Neuanstrich.
Außerdem fand Flora Mlaki die Lehrerpulte in unseren Klassen sehr nützlich und möchte ähnliche Pulte für die Lambo School anschaffen.
Hierbei wollen wir sie gerne unterstützen.
Natürlich soll auch durch ein neues Dialogprojekt beider Schulen der Partnerschaftsgedanke wach gehalten werden.